Protokoll des ersten Projektpartnertreffens

Gastgeber: CSC Ostbelgien – Tagungszentrum Eupen

Tagungsdatum: 17.-19.02.2020

 

Teilnehmer*innen

- 4 Vertreter*innen vom Nell Breuning Haus, Deutschland

- 2 Vertreter*innen der Confederation of Labour Podkrepa Sdruzhenie, Bulgarien

- 2 Vertreter des Pactul Regional Nord-Vest pentru Ocupare si Incluziune Sociala, Rumänien

- 2 Vertreter CSC Liege-Verviers-Ostbelgien, Belgien

- 4 Vertreter*innen Lietuvos Profesine Sajunga“Solidarumas“, Litauen

- 2 Vertreter*innen MTU Eesti Tookusimuste Keskus, Estland

- 2 Vertreterinnen FIDESTRA, Portugal

 

Programm

 

17.Februar

Anreise bis 16:00 Uhr

ab 17:00 Uhr Kennenlernen und Vorstellen der Partnerorganisationen und

anschließendes gemeinsames Abendessen

 

18.Februar

a) thematischer Fachimpuls durch "Faire-Mobilität"- Berlin

Als inhaltlicher einstieg wurde das deutsche Projekt „faire Mobilität“ vorgestellt,

da dieses als strategischer Partner für unser Projekt wichtig ist und bereits eine

Vielzahl an Beratungen anbietet und auch online schon einige Hilfsangebote in

verschiedenen Sprachen anbietet.

Informationen: www.faire-mobilitaet.de

b) Vorstellung und Konkretisierung des Projekts mit dem Zeitplan und die

Aufgaben der Partnerorganisationen

 

Das Projekt

- ermittelt in einem ersten Schritt bestehende Netzwerke und

Beratungsinitiativen für Wanderarbeiter*innen, um eine engmaschige und

grenzüberschreitende Kooperationen dieser zu ermöglichen. Zudem werden bestpractice-

Modelle auf einer digitalen Plattform präsentiert und können so ausgetauscht werden.

 

- analysiert fehlende Beratungsstrukturen für Wanderarbeiter*innen und ihre

Angehörigen in den Herkunftsländern und sucht zugleich nach

Partnerorganisationen, um diese Lücken künftig schließen zu können. Zugleich

wird die erforderliche Beratungsleistung definiert (Rechte und Rechtsmittel,

Aufklärungsarbeit etc.).

 

- verstärkt die Lobbyarbeit in den Einwanderungsländern gegen prekäre und

menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und leistet Vernetzungsarbeit der

Initiativen der Einwanderungsländer mit denen der Herkunftsländer.

 

- erstellt eine europäische Netzwerkstruktur der Initiativen und Organisationen,

die Wanderarbeiter*innen vor Ort in den Herkunfts- und Einwanderungsländern

beraten und unterstützen. Die gemeinsame Kooperation wird durch eine

europäische Arbeitnehmervertretung wie EZA oder EGB gewährleistet, die

Lobbyarbeit so schlagkräftig bündeln und effizient wie effektiv Kampagnen,

Aufklärungsarbeit, best-practice-Modelle, Gesetzesgrundlagen etc. steuern kann.

 

Das Material ist für genannte Organisationen und für die Öffentlichkeit online

zugänglich.

 

Wir erwarten eine Wirkung hinsichtlich der Erhöhung des Informationsgrades für

die beteiligten Netzwerke und Beratungseinrichtungen in den beteiligten Ländern,

was die europäische Zusammenarbeit betrifft. Einrichtungen lernen sich kennen,

tauschen sich über ihre Angebote und Arbeitsweisen aus, unterstützen sich

künftig bei ihrer politischen Lobbyarbeit nicht mehr nur länderspezifisch und

errichten und nutzen so wirksamere Schutzinstrumente für die von Lohnsklaverei

und sozialer Exklusion bedrohten Wanderarbeiter*innen als zuvor. Einrichtungen

erkennen mögliche Transferleistungen, sind in der Lage best practices auf ihr

Land und ihre Branche zu übertragen, nutzen den digitalen Raum der Plattform,

um sich zu politischen und informativen Kampagnen zusammenzuschließen. Aus

grassroot Erfahrung wird sukzessive eine Bündelung der Arbeit auf europäischer

Ebene.

 

Benannte Projektziele

- Übersicht über bestehende Netzwerke und Beratungsinitiativen im Land

- digitale Plattform für Kontaktadressen

- grenzüberschreitende Kooperationen ermöglichen migrantwork in europe

 

Konkretere Einzelziele

 

- Stärkung und Aufbau von Netzwerken berufsspezifisch

- Austauschbörse mit Aktivitäten in den Ländern

- Sammlung der Aktivitäten und Kontakten in einer Onlineplattform, die 5 Jahre

durch das Projekt getragen wird und dann an eine europäische Organisation

übergeben werden soll.

 

- Aufbau einer neuen Dachstruktur (Fortführungsfrage)

 

Projektschritte

Wann Was Wer

 

11/19 – 02/20 Research –Studienergebnisse und Akteure vor Ort (Alle Partner)

 

01/20 Politische Schirmherrschaft (NBH)

 

02/20 Onlineplattform vorentwickeln und Kategorien vorschlagen (Alle Partner - NBH/ETÖK federführend)

 

02/20 Erstes Treffen in Belgien

Schwerpunkt:

- Absprachen was ist konkret bis wann zu tun (CSC/NBH)

 

03/20 – 06/20 Regionale Treffen und Erhebungen (Alle Partner)

 

07/20 - 2. Projektpartnertreffen in Varna oder Sofia

 

Inhaltlicher Fokus:

Situation in den Entsendeländer (Podkrepa/NBH)

 

11/20 - 3. Projektpartnertreffen in Tallinn oder Tartu

 

Inhaltlicher Fokus:

Erfahrungen aus der Wanderarbeiter zwischen Estland und Finnland und Aufbau der Plattform (ETÖK/NBH)

 

11/20-03/21 Ausbau der Onlineplattform und nationale Erfahrungen sammeln (Alle Partner - NBH/ETÖK federführend)

 

03/21 - 4. Projektpartnertreffen in Cluj

 

Inhaltlicher Fokus:

Entsendeländer (PROIS/NBH)

 

07/21 - 5. Projektpartnertreffen in Lissabon

 

Inhaltlicher Fokus:

Situation Schwellenland (Fidestra/NBH)

 

07/21 – 11/21 Länderspezifische Auswertung der Plattform und deren Inhalte durch eine Informationsveranstaltung vor Ort, mit anschließender Bewertung und Rückmeldung aller Partner (Alle Partner)

 

11/21 -  6. Projektpartnertreffen in Vilnius

 

Inhaltlicher Fokus:

Auswirkungen der Landflucht und Gesamtbewertung (Solidarumas/NBH)

 

03/22 Abschlusskonferenz in Herzogenrath (NBH)

 

03/22 Ergebnisse des Projekts zusammenfassend in EGB und EZA einbringen (Podkrepa und LPS Solidarumas“)

 

04/22 Veröffentlichungen der ILO, EZA und ETUI eTwinnig Netz (Alle Partner)

 

Ab 04/22 Die Online Plattform ist für alle frei zugänglich und wird über den Projektzeitraum hinaus mindestens 5 Jahre online sein und gepflegt. Alle Texte und Materialien, die im Projekt erstellt werden, werden über creative commons lizensiert (ETÖK / NBH). Follow up Plattform übernimmt EZA oder PICOMI ?

 

Aktuelle Planzahlen:

Bei den ersten sechs Projektpartnertreffen sind jeweils 18 Personen aus dem

Gastland vorgesehen und jeweils zwei TeilnehmerInnen der anderen

Projektpartner. Zur Abschlusskonferenz können von jedem Partner drei Personen

entsendet werden.

 

Finanzieller Rahmen

 

a) Jeder Partner erhält für seine Arbeiten einen monatlichen Beitrag von 250€ -

davon müssen alle Kosten getragen werden – auch die nationalen Treffen und

Erhebungen.

 

b) Bei den Projekttreffen werden nur die anreisenden Personen (mit

mehr als 100km Entfernung) bezuschusst mit 575€ pro Person/Treffen – davon

müssen alle Reise- und Veranstaltungskosten getragen werden. Für die

Internetseite/Plattform haben wir ein Budget von 2500€ zzgl. 8000€ für

Übersetzungskosten.

 

c) Länderberichte der Partnerorganisationen

Für die Länderberichte wird ein Raster abgestimmt und mit Leitfragen an die

Partner gesendet. Die Länderberichte der „Entsendeländer“ Bulgarien, Rumänien,

Litauen und Estland sollen bis zum Treffen in Bulgarien erstellt sein. Die anderen

bis spätestens Oktober 2020.

 

d) Fachimpuls zur gewerkschaftlichen Arbeit in Belgien

Abschließend wurde die gewerkschaftliche Arbeit des Gastgebers dargestellt und

verschiedene Büros und Abteilungen besucht.

 

20.02.2020

Rainer Rißmayer (Nell-Breuning-Haus, Herzogenrath)