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Herzlich willkommen im Nell-Breuning-Haus

 

 

Das Logo © NBHNell-Breuning-Haus ist eine Bildungseinrichtung in Trägerschaft von KAB, CAJ und Bistum Aachen mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Lernort Arbeit und Menschenwürde“. Unter diesem Leitgedanken werden unter anderem verschiedene Bildungs- und Projektformate entwickelt und durchgeführt, die sich mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen beschäftigen.

 

In enger Kooperation mit dem Logo © EZA Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen (EZA) und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union veranstaltet das Nell-Breuning-Haus zum Thema Arbeit und Gesundheit europäische Konferenzen mit starkem Seminarcharakter.

Konferenzort ist Herzogenrath aus der Städteregion Aachen, Deutschland oder die Stadt eines weiteren Partners aus dem Bereich Gewerkschaft oder Arbeitnehmerorganisation in der Europäischen Union (und seiner Beitrittskandidaten).

 

Die Arbeit nimmt einen großen Teil der Lebenszeit eines Menschen in Anspruch. Die Gesundheit ist das wohl höchste Gut in seinem Leben. In den heutigen arbeitsteiligen Gesellschaften wird Arbeit (Leistung) hauptsächlich durch Geld (Gegenleistung) entlohnt. Mit diesem eingetauschten Wert – der freilich nur als eine Zahl auf einer Münze definiert ist – gestalten die Menschen ihr Leben, sichern es ab und versuchen es gut und möglichst gesund zu meistern.

 

Dabei richtet sich der Wert der Arbeit zunehmend an den Bedingungen von Angebot und Nachfrage auf den Märkten für Güter, Dienstleistungen und Arbeitsplätze aus. In der globalisierten und durch Konkurrenz geprägten Wirtschaft gerät seit vielen Jahren das Gleichgewicht zwischen Entlohnung und gesunden Arbeitsplätzen einerseits und dem Zwang, durch günstigere Produkte und Dienstleistungen Gewinne erzielen zu müssen in eine Schieflage.

 

Arbeitsverdichtung und stagnierende Entlohnung trotz Mindestlohngesetze, prekäre und zeitlich begrenzte Beschäftigungsverhältnisse, Missachtung oder fehlender Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sind daher keine Einzelfälle mehr. Gerechte und gleiche Behandlung von Frau und Mann am Arbeitsplatz und in einer Gesellschaft sind immer noch nicht verwirklicht. Die Vereinbarkeit von Arbeitszeit, Freizeit und Familienleben, die so genannte work-leisure-balance, wird für viele Menschen immer schwerer zu organisieren. Aber auch gute und hohe Einkommen schützen nicht vor mehr vor dieser fehlenden Vereinbarkeit und vor den krank machenden Folgen durch Arbeit.

 

Diese Facetten von Arbeit werden von Gewerkschaften, Arbeitnehmerorganisationen und anderen Akteuren aus vielen Blickwinkeln und mit wechselnden Schwerpunkten diskutiert. Meinen Kolleginnen und mir persönlich liegt aber vor allem die psychische Gefährdung am Herzen. Hier wird zwar erkannt, dass die seelischen Erkrankungen stetig ansteigen - und doch zeigt sich eine gewisse Hilflosigkeit im Bereich Schutz und Prävention.

Studien der WHO und der Europäischen Union betonen einen stetiges Anstieg der seelischen Erkrankungen in den letzten Jahren. Es wird auch eine Beziehung zu Arbeit und Arbeitsplatz hergestellt. Freilich sind die Gründe nicht alleine dort zu suchen. Da Arbeit aber ein zentraler, kultureller Anker für die Entwicklung und den Fortschritt in einer Gesellschaft ist, hat sie einen nachhaltigen Einfluss auf das Leben und Zusammenleben der Menschen überhaupt.

 

In den Ländern der Europäischen Union ist der Entwicklungsstand von guten und gesunden Arbeitsplätzen sehr unterschiedlich. So haben die innerhalb der letzten 20 Jahren beigetretenen Länder größere Probleme mit dieser Thematik als die langjährigen Mitgliedsländer. Ökonomische, gesellschaftliche, politische und gesetzliche Fortschritte sind kompliziert und liegen häufig in der Geschichte dieser Länder begründet.

Andererseits sind in den langjährigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union trotz hoher Standards die Entwicklungen neuer, besserer Arbeitsplatz- und Gesundheitsschutz-Maßnahmen langsamer als die wirtschaftlichen Veränderungen. Und oftmals stößt ihre Kontrolle auf Einhaltung an Grenzen.

 

Für hohe Arbeits- und Gesundheitsschutzstandards sind auch die Sozialpartner mitverantwortlich. Gewerkschaften, karitative, kirchliche Organisationen und Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sitzen da an einem Tisch. Über Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen werden zu den gesetzlichen Regelungen ergänzende und prüfende Regelungen erstellt. Im Zusammenspiel von nationaler Gesetzgebung und europäischen Richtlinien kann der soziale Dialog ein wichtiges Instrument zur Gesunderhaltung sein.

 

In den vom Nell-Breuning-Haus federführend veranstalteten europäischen Veranstaltungen kommen Vertreter*innen der Sozialpartner*innen aus der Europäischen Union zu Wort. Sie werden von Wissenschaftler*innen, Forscher*innen und Praktiker*innen aus Medizin, Psychologie, Soziologie, Ökonomie, Religion, Politik, Gesellschaft und Kultur begleitet. Ziel ist es, die Fragen nach dem Warum und dem Wie von krank machenden Faktoren einerseits und andererseits von gesund erhaltenden Ereignissen am Arbeitsplatz und durch Arbeit aufzuzeigen.

 

Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die Akteure*innen im sozialen Dialog und für die europäische Politik bereit zu stellen. Zentraler Anker der Arbeit ist der gesund erhaltende Faktor – die Salutogenese – und Ideen für eine gute work-leisure-balance in einer sich schnell verändernden (Arbeits-)Welt unter der besonderen Beachtung der Digitalisierung aller Arbeits- und Lebensbereiche.

 

Der Verlauf und die Ergebnisse der Konferenzen mit allen Referaten, Rundfunkfeature, Interviews, Texten, Bildern, Audio, Video, Quellen und weiterführenden Informationen sind auch auf DVD-Datenträger präsentiert

und werden auf der Homepage Logo Arbeit und Gesundheit © NBH Arbeit und Gesundheit publiziert (Stand: Juli 2018).

Die Konferenzen und die Homepage werden mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union realisiert.

 


Schließen möchte ich mein Vorwort mit einem Zitat aus dem Seminar 2017, welches mich seitdem ständig erinnert, ermahnt und motiviert:

 

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist ein unumkehrbarer Prozess. Ihn in Bausch und Bogen zu verteufeln, wäre keine Option. Vielmehr muss er gestaltet werden. Da wir erst am Anfang dieser Entwicklung stehen, ist es für unumstößliche Antworten zu früh, aber wichtige Fragen und Anstöße müssen eingebracht werden. Dabei werden wir Christen geleitet von der biblischen Botschaft des Reiches Gottes und seiner Verheißung eines Lebens in menschlicher Würde, Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit für alle. Diese Vision liefert uns die Kriterien für unseren kritischen Blick auf die Entwicklungen.“

(Dr. Manfred Böhm, Ebermannstadt)

 

Herzogenrath, August 2018

Rainer Rißmayer

Fachbereichsleiter Nell-Breuning-Haus (NBH),

Hauptorganisation der Konferenzreihe Arbeit und Gesundheit.

 

 

Nell-Breuning-Haus

Lernort - Arbeit und Menschenwürde

Wiesenstrasse 17 | D-52134 Herzogenrath

 

eMail: rainer.rissmayer@nbh.de

Telefon: +49 (0) 24 06-9558-18

Telefax: +49 (0) 24 06-46 32

Internet: www.nbh.kibac.de

 

 

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Fotos: Axel Gauster © 2011-2018 Nell-Breuning-Haus / Axel Gauster

 

 

 

 

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