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Die Sendemanuskripte sind urheberrechtlich geschützt und dürfen vom Empfänger ausschließlich zu rein privaten Zwecken genutzt werden. Jede Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige Nutzung, die über den in §§ 45 bis 63 Urheberrechtsgesetz geregelten Umfang hinausgeht, ist unzulässig.

© Axel Gauster/Nell-Breuning-Haus

 

 

... Interview Dr. Manfred Böhm Radiofeature Sendemanuskript

... Interview Jan Friesen Radiofeature Sendemanuskript

... Interview Andreas Gjecaj Radiofeature Sendemanuskript

 

Interview Dr. Manfred Böhm

 

 

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Sende-Manuskript

Interview (Radiofeature) mit Dr. Manfred Böhm, Diplomtheologe Erzbistum Bamberg

in Aachen/Deutschland November 2019

 

 

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Natürlich haben sich die Zeitläufe verändert und alles Mögliche. Aber die einzelnen Strukturen sind geblieben. Das heißt dort wo es möglich ist zementieren die Reichen, die Mächtigen ihre Macht. Auch gesetzlich. Wo es keine Gegenmächte gibt, da geht es dann völlig ohne Probleme scheinbar ab. Und das war war bei Thomas Morus in 'Utopia'. So beschreibt er das ja auch. Und es gibt ja die Elitenforscher, die sagen ja durchaus, dass es natürlich das obere und das hohe Bürgertum gibt, aus dem heraus sich die Hauptpositionen aus der Wirtschaft rekrutieren. Von daher gehen die Mahctverhältnisse einfach natürlich immer so weiter und bleiben immer in den selben Händen.

 

Sprecher

Sagt Dr. Manfred Böhm zum Verhältnis von Arm und Reich über mehrere Jahrhunderte hinweg. Er ist Gast auf dem EZA-Startseminar vom 28. bis 29. November 2019 in Aachen mit dem Thema „Überlegungen aus der Christlichen Soziallehre. Der Mensch ist das Maß“. Neben dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen EZA aus Königswinter ist das Nell-Breuning-Haus aus Herzogenrath der Hauptorganisator dieses europäischen Seminars. Unter der Überschrift „Ökologischer Wandel - eine Bedrohung wird zur Chance. Auf dem Weg zu einer sozialen Transformation; nicht über, sondern mit den Arbeitern. Für einen globalen Nachhaltigkeitsvertrag, der von Innovation angetrieben wird“. Wichtige Vertreter aus den Mitgliedsorganisationen der EZA treffen sich – um thematische Schwerpunkte der Zukunft zu besprechen. Zirka einhundert Teilnehmende verfolgen die Referate und Diskussionen in sechs simultan angebotenen Sprachen. Es geht um den europäischen sozialen Dialog, den Klimawandel, der Green Economy, den Green Jobs, die Energiewende wie zum Beispiel den Kohlebergbau in Polen, die Ressourcenverwendung wie zum Beispiel Bambus als neues Aluminium. Arbeit ist das halbe Leben – heißt es ja. Aber sie hat – wie alles – zwei Seiten. Zum Beispiel Arbeitsplatzsicherheit und Freiheit, Einkommen und Existenzminimum. Dr. Manfred Böhm.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Wir rennen ihr natürlich auf der einen Seite hinterher. Ganz pragmatisch, weil wir unseren Lebensunterhalt sichern müssen. Aber auch weit tief gehender. Weil wir als Menschen findige Wesen sind. Und in Kontakt treten wollen mit Mensch und Umwelt. Weil wir gestalten wollen. Arbeit ist, wenn man so will, in unseren Genen angelegt. Wir möchten gerne etwas tun. Deshalb rennen wir der Arbeit hinterher. Auf der anderen Seite werden wir von der Arbeit, von dieser Arbeit, dann auch aus der Bahn geworfen. Nämlich wenn wir sie verlieren. Wenn wir arbeitslos werden. Wenn wir zu viel Arbeit haben. Wenn wir vor lauter Arbeit nimmer aus dem Hemd schauen können. Wenn sie uns krank macht. Wenn sie uns überfordert. Dann ist diese Arbeit, die uns so wichtig ist, wird dann eigentlich zu einer Bedrohung für uns. Und wir müssen ,zumindest dann zeitweise, aussteigen.

 

Sprecher

Zuerst kommt das Fressen und dann die Moral“. Das ist ja auch diese Doppelgesichtigkeit. Dr. Manfred Böhm.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Da sprechen sie im Grunde das Thema der prekären Arbeit an. Weil Menschen natürlich vom Arbeitsmarkt unter einen massiven Existenzsicherungsstress gesetzt werden. Weil sie nur befristete Arbeitsverhältnisse haben. Oder prekäre Arbeitsverhältnisse. Und im Grunde keine Zukunftsplanung machen können. Die kriegen ja nicht einmal einen Kredit bei der Bank, um sich eine Wohnung einzurichten, wenn sie einen Partner haben oder irgend so etwas, wenn sie das möchten. Wenn wir, so zu sagen, nicht das Gefühl der Sicherheit haben, so wie es die Maslow'sche Bedürfnispyramide ziemlich unten ansetzt, dann können wir unsere besten Kräfte nicht entfalten. Und das sind unsere kreativen Kräfte und unseren sozialen Kräfte. Und das behindert uns dann am vollen Menschsein. Und deshalb sagt auch die Katholische Soziallehre, dass das im Grunde eine Form von Gewalt ist.

 

Sprecher

In einer Enzyklika aus dem Jahre 1891 wird die Situation der arbeitenden Menschen in Europa beschrieben. Dr. Manfred Böhm.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Rerum Novarum, die erste Sozialenzyklika von Papst Leo XIII 1891. Und er sagt eben: ‚Der Arbeiter fügt sich aus reiner Not dem, was ihm vom Unternehmer auf erlegt wird – so heißt das Gewaltleiden‘. Das heißt kein Arbeiter würde freiwillig ein prekäres Arbeitsverhältnis, wenn ihn nicht die Not dazu zwänge.

 

Sprecher

Das Israelitische Recht setzte sich dafür ein, dass die armen Menschen geschützt werden. Und das Antik-Römische Recht wollte eher das Eigentum schützen.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Also wir hier in Mitteleuropa leben definitiv in den Traditionen des Römischen Rechts, in dem das Eigentum im Mittelpunkt steht. Und wenn man sich das Bürgerliche Gesetzbuch anschaut, dann gibt es sehr viele Paragrafen, die dem Schutz des Eigentums gewidmet sind. Wir haben auch dieses andere, dieses Israelitische Recht. Beispielsweise mit der Sozialpflichtigkeit des Eigentums im Grundgesetz. Da ist etwas hinüber gerettet worden. Das heißt Privateigentum ist nicht absolut, wie es bei den Römern war. Sondern da gibt es noch eine Korrekturmöglichkeit. Bei dem Israelitischen Recht steht der Arme und der Schutz und nicht das Eigentum. Und deshalb kann man auch im Israelitischen Recht die Eigentumsordnung ändern, wenn es notwendig wird, um die Armen zu schützen.

 

Sprecher

Die Christliche Soziallehre, haben sie gesagt, ist ja eigentlich die Botschaft. Aber warum kommt das bei den Menschen irgendwie nicht an?

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Manche sagen: ‚Die Katholische Soziallehre ist das best gehütete Geheimnis der Katholischen Kirche. Es gibt sie wirklich. Sie ist auch wichtig. Aber es braucht auch, so zu sagen, starke Träger, die sie in der Welt weiter bringen. Das heißt die Kirchen sollten sich im Grunde dieser Botschaft neu besinnen und sie in diese Welt von heute hinein sagen. Das wird sie gebraucht. Und wenn wir es nicht tun, tut es keiner.

 

Sprecher

Besitz ist falsch verteilt im Zusammenhang damit, dass sie gesagt haben, dass Gott eigentlich alles besitzt. Wenn Gott alles besitzt, dann möchte ich einmal seine Besitzurkunde sehen.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Das geht natürlich nur, wenn man das auf dem Boden dieser Religion auch natürlich anerkennt. Und diese Besitzurkunde die gibt es natürlich nicht. Außer in jeden Versen Levitikus 25, 23 im dritten Buch Mose, wo dieses so benannt worden ist. Hat den Hintergrund im Grunde, und das ist die damalige Aussage, dass der Besitz an den Produktionsmitteln einer agrarischen Gesellschaft wie damals, als Grund und Boden, niemals ein Hort barer Vermögensgegenstand für die wenigen Reichen sein können, sondern er ist im Grunde dem normalen Verkauf entzogen. Weil er eben Gott gehört. Das ist eigentlich die Botschaft. Und er will es allen zuteilen. Alle sollen davon eine Nutzen haben. Und das ist eigentlich hinüber gerettet in die Katholische Soziallehre. Der erste Grundsatz der Katholischen Soziallehre heißt: Die Güter dieser Erde sind für alle da, nicht nur für die Reichen.

 

Sprecher

Das klingt sehr nach dem gesellschaftlichen System des Sozialismus oder?. Dr. Manfred Böhm.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Ich glaube nicht, dass es sozialistisch ist. Die Katholische Soziallehre die gibt es jetzt wirklich schon lange, lange Jahre. Aber unsere ganze Gesellschaft ist, so zu sagen, mentalitätsmäßig in den letzten dreißig Jahren unter dem neoliberalen Paradigma so weit weg gerückt und in Richtung individueller Liberalismus gerückt, dass die Katholische Soziallehre, die das Gemeinschaftsprinzip, das Solidaritätsprinzip betont, plötzlich als links außen und als sozialistisch erscheint. Aber es ist nicht in dem Sinne so, weil sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

 

Sprecher

Ich mache jede Arbeit. Auch deine.“ Sagt ein Roboter in ihrem Vortrag. Dr. Manfred Böhm.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Wenn das cyber-physical-system, diese große Maschine, die also autonom und intelligent und in Echtzeit und rechtsverbindlich funktioniert, dann muss man natürlich fragen: „Wer gibt die Algorithmen, nach denen diese Maschine funktioniert? Wer gibt die Algorithmen mit welchem Interesse in Auftrag?“ Wir müssen diese Frage stellen. „Wer hat die eigentliche Macht in der Gesellschaft?“ Weil der hat auch die Macht der Verteilung in der Gesellschaft. Und wenn wir die nicht lösen im Sinne einer größeren sozialen Gerechtigkeit, wird es noch stärker zu Verwerfungen kommen als bisher. Dann wird sich der Reichtum in der Mitte noch mehr versäulen. Die Reichen werden immer reicher werden und wissen gar nicht mehr, was sie damit machen sollen. Und an den Rändern werden durch die Zentrifugalkräfte immer mehr an den Rand und darüber hinaus geschleudert werden.

 

Sprecher

Vielleicht wird es ja Zeit, dass Gewerkschaften und kirchliche Organisationen eigene Algorithmen entwickeln, um in der Arbeitswelt der Zukunft den sozialen Dialog führen zu können. Dr. Manfred Böhm.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Die Digitalisierung wird kommen. Ob wir dafür oder dagegen nicht. Es kommt darauf an, sie zu gestalten. Wir wissen ja noch gar nicht, in welchem Prozess jetzt, wenn man vom Ende her darauf schauen könnten, an welcher Stelle wir denn jetzt der Digitalisierung sind. Aber klar ist auch: Es wird nicht alles kommen, was technisch möglich ist. Es wird nur das kommen, was sich rechnet für die, die die Algorithmen in Auftrag geben. Wichtig dabei ist, dass wir es so gestalten, dass es nicht nur vom technisch Möglichen her gedacht wird, sondern von dem, was die Menschen darin auch brauchen, damit sie zu ihrem Menschsein kommen.

 

Sprecher

Für die katholische Soziallehre ist dieser Weg der sozialen Transformation auch eine Chance auf einen gerechteren Ausgleich zwischen den Menschen. Dr. Manfred Böhm.

 

O-Ton Dr. Manfred Böhm

Die Katholische Soziallehre hätte es jedenfalls verdient, das sie breiter und Tiefer in der Gesellschaft diskutiert wird. Weil ich glaube, dass da Ansatzmöglichkeiten sind, die in dieser Gesellschaft den Menschen, nicht nur in dieser Gesellschaft, auch weltweit wirklich weiter helfen können. Denn wie es Papst Franziskus sagt: „Die sozialen Probleme und die ökologischen Probleme auf dieser Welt sind nicht zwei verschiedene Dinge, sondern sind die zwei Seiten der einen Medaille“. Und diese eine Medaille die wird geworfen, so zu sagen, derzeit von einem strukturell perversem System. So nennt er das. Und es ist der derzeitige Kapitalismus, der einfach zu viele Opfer produziert und zu wenig Gewinner in der Mitte übrig lässt.

Interview mit Jan Friesen

 

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Sende-Manuskript

Interview (Radiofeature) mit Jan Friesen, Mitinhaber Camboo, Aachen

in Aachen/Deutschland November 2019

 

 

 

O-Ton Jan Friesen

Das ist die Vorstellung unserer Firma. Und zwar haben wir Camboo ins Leben gerufen, um mit der Idee tatsächlich auch ins Rampenlicht zu treten. Das wir den Werkstoff Bambus industrialisieren wollen.

 

Sprecher

Sagt Jan Friesen, Mitinhaber der Startup-Firma Camboo aus Aachen. Er ist Gast auf dem EZA-Startseminar vom 28. bis 29. November 2019 in Aachen mit dem Thema „Ressourcenverwendung – ist Bambus das neue Aluminium“.“ Neben dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen EZA aus Königswinter ist das Nell-Breuning-Haus aus Herzogenrath der Hauptorganisator dieses europäischen Seminars. Unter der Überschrift „Ökologischer Wandel - eine Bedrohung wird zur Chance. Auf dem Weg zu einer sozialen Transformation; nicht über, sondern mit den Arbeitern. Für einen globalen Nachhaltigkeitsvertrag, der von Innovation angetrieben wird“. Wichtige Vertreter aus den Mitgliedsorganisationen der EZA treffen sich – um thematische Schwerpunkte der Zukunft zu besprechen. Zirka einhundert Teilnehmende verfolgen die Referate und Diskussionen in sechs simultan angebotenen Sprachen. Es geht um den europäischen sozialen Dialog, den Klimawandel, der Green Economy, den Green Jobs, die Energiewende wie zum Beispiel den Kohlebergbau in Polen, um die Christliche Soziallehre mit dem zentralen Satz: „der Mensch ist das Maß“, die Ressourcenverwendung wie zum Beispiel Bambus als neues Aluminium. Zu sehen ist ein Fahrrad, dessen Rahmen aus Bambus besteht. Das sieht sehr stabil aus und es fährt auch ganz gefahrlos. Wie kam es denn zu dieser Idee, Bambus als traditionellen Werkstoff zu nutzen? Jan Friesen.

 

O-Ton Jan Friesen

Die Motivation kam tatsächlich aus dem technischen Feld. Mein Kollege und der eigentliche Gründer Philip Moritz ist mit einem Bambusfahrrad unterwegs gewesen und hat dabei fest gestellt: „OK Moment einmal. Fahrradrahmenstrukturen sind so hoch belastet, wenn ein Bambusrohr das aushält, dann muss man das einmal genauer angucken.“ Und dann hat er genau das gemacht und diese Testmethode entwickelt. Und dann kam halt heraus: OK das ist eine neuartige Testmethode. Das ist auch patentwürdig. Und dann wurde daran weiter entwickelt. Dann hat sich daraus tatsächlich auch ein Markt entwickelt. Wir konnten beobachten, wie andere Unternehmen solche Bambusfahrräder verkaufen. Es ist sicherlich ein Nischenprodukt. Aber das Potential, das dabei deutlich wird ist, dass dieses Material extrem viel mitmacht. Und das man das noch gar nicht industriell nutzen kann. Dann kam diese Testmethode im Zusammenhang mit anwendbaren Produkten wie zum Beispiel das Fahrrad. Und dann auch einfacher zu zertifizierende Produkte wie ein Kinderwagen und ein Rollator oder Laufräder. Die einfache Gitterrohrrahmenstrukturen haben und meistens aus Aluminium sind, weil sie irgendwie leicht sein sollen.

 

Sprecher

Bambus - Vorteile. Er ist nicht nur natürlich und CO2-neutral, sondern dieser Werkstoff hat auch ...

 

O-Ton Jan Friesen

Elastizität. Alleine beim Rollator wirkt er schon alleine, weil er aus Bambus ist. Viel Schock absorbierender. Und auch beim Fahrrad kann man das konstruktiv so nutzen, dass man gar keine Federung mehr braucht. Das ist so ein bisschen diese technische Motivation: Wie schaffen wir es, diesen Werkstoff industriell nutzbar zu machen und das ganze Potential da einmal los zu lösen. Denn er wird viel genutzt in Asien. Man sieht sieht das. Da wird er auch sehr viel technisch genutzt tatsächlich. Aber es ist immer sehr viel Handarbeit involviert, die nun einmal extrem teuer ist in Europa. Wenn wir es aber trotzdem schaffen, diese industriellen Fortschritte mit einzubringen, dann birgt das ein gewaltiges Potential was die CO2-Einsparung betrifft.

 

Sprecher

Was hat das denn für eine Bedeutung für unsere Region, wenn es da die Möglichkeit gäbe, dass industriell zu fertigen? Man braucht ja dann Fachkräfte. Die müssen vielleicht auch neu ausgebildet werden. Die müssen diesen speziellen Werkstoff kennen und die Möglichkeiten. Jan Friesen.

 

O-Ton Jan Friesen

Tatsächlich haben wir eine Prototypenwerkstatt. Und wir haben viele Studenten dabei. Momentan ist alles sehr technologisch versiert. Das heißt es sind alles Ingenieure, Maschinenbauer zumeist. IT‘ler, die sich mit neuronalen Netzwerken und künstlicher Intelligenz ganz gut auskennen. Weil es genau um diesen digitalen Zwilling eines Bambusrohres geht. Das heißt es ist im Moment sehr techniklastig. Aber wenn es tatsächlich in die Produktion nachher geht, in einer richtigen Fabrik, dann ist es so, dass sicherlich irgendwo eine Affinität dazu schon vorhanden sein sollte. Motivation ist immer wichtig. Und dann ist es natürlich eine Frage des Betriebes, wie das da aufgebaut wird. Aber im Prinzip wird es genau so Anwendung finden, wie jetzt zum Beispiel ein Monteur ein Auto zusammen setzt oder ein Fahrrad zum Beispiel. Wird sich da nicht ändern. Es wird kein reines Bambusfahrrad sein. Im Gegenteil. Es wird natürlich ganz viel aus Aluminium noch dabei sein oder Stahl oder Karbonfaser. Es ist vielmehr so, dass die Expertise, die vorher bestanden hat, lediglich erweitert werden würde und auch gar nicht so groß von Nöten ist. Denn die tatsächliche Entwicklung, die jetzt stattfindet, wäre was später vorhanden ist. Und in der eigentlichen Ausführung ändern sich die Arbeitsschritte gar nicht groß. Sicherlich gibt es vielleicht hier und da ein paar andere Sicherheitsmerkmale. Wenn man denn dann Bambus tatsächlich verarbeitet, kann es natürlich einmal zu Unfällen kommen. Dann splittert so etwas. Das sieht man bei Aluminium oder Stahl eher weniger. Deswegen könnte da sicherlich noch etwas hinzu kommen. Damit muss man sich auskennen. Aber das ist alles kein Hexenwerk denke ich.

 

Sprecher

Nicht alle Teile eines Produktes können aus Bambus bestehen. Aluminiumteile werden weiterhin verbaut. Vorerst zumindest. Wie sieht es denn insgesamt mit der Umweltbilanz aus, wenn in der Produktion Bambus und Aluminium zum Einsatz kommen? Und was geschieht mit dem Bambus, der nicht geeignet ist – also quasi Abfall ist? Jan Friesen.

 

O-Ton Jan Friesen

Bambus ist an sich erst einmal jetzt nicht unbedingt eine Energiequelle. Aber natürlich kann man es verbrennen. Wie sich nachher das Produktportfolio zusammen setzt und wie man die Stäbe nutzen kann, denn unsere Maschine wird klassifizieren und einzelne Bambusstäbe besser als andere einstufen und entsprechend ins Lager packen. Da wird auch viel Ausschuss bei herum kommen. Alleine schon bei der Testung an sich werden viele Bambusstäbe nicht funktionieren und dann schon brechen. Und dann werden wir extrem viel Ausschuss produzieren. Was aber gar nicht so tragisch ist. Es ist zum Beispiel so, dass wir Bambuspellets herstellen könnten mit dem ‚Bambusschrott‘ in Ausführungszeichen. Und das kann so verfeuert werden. Bietet wunderbares Brennmaterial. Was auch rein natürlich ist und kein fossiler Brennstoff ist. Wohlgemerkt wird dann natürlich dieser CO2, der so stark gebunden wurde vom Bambus, vorher in der Wachstumsphase, wird dann natürlich wieder frei gesetzt. Energie ist natürlich immer notwendig. Erst recht, wenn versucht wird, dass zu industrialisieren und zu automatisieren. Ist natürlich ein großer Punkt. Das würden wir natürlich versuchen, so viel Nachhaltigkeit wie möglich ins Spiel zu bringen. Da das einer der großen Verkaufsargumente von dem ganzen Thema ist ja.

 

Sprecher

Die Produktion von Fahrrädern mit dem Werkstoff Bambus ist reizvoll für Menschen, die den ökologischen Anspruch in der Arbeitswelt sehen möchten. In so einer Firma arbeitet man gerne. Jan Friesen.

 

O-Ton Jan Friesen

Natürlich. Ich meine, dass ist natürlich auch der Charme, wenn es um startups geht im Generellen. Was mich total begeistert. Ich habe in an Francisco zum ersten Mal Kontakt mit startups bekommen und da zwei Monate mitten drin in der City, wirklich mitten drin in der Skyline in San Francisco. Es war eine total spannende Erfahrung. Und hat mich richtig, ja, hat mir so richtig dieses startup-Feuer in mir entfacht um zu sehen, was man tatsächlich an einem Tag alles leisten kann. Was da auf einmal passiert. Es war überhaupt nicht technologisch. Und trotzdem war ein unglaubliches Feuer im Team. Und es war ein sehr kleines Team. Aber es ist extrem viel passiert. Das Team ist schnell größer geworden. In den sechs Monaten sind sechs fest Angestellte dazu gekommen. Das wird jeder mit einbezogen. Natürlich ist da die Motivation und dieser Teamgeist, mit vorne dabei zu sein, etwas Neues zu machen, ganz groß wird der geschrieben. Und das ist natürlich auch motivierend für jeden Einzelnen. Noch einmal ganz anders, als wenn man jetzt in einem großen Konzern arbeitet. Wo ich sicherlich auch schon meine Erfahrung gemacht habe. Das ist nicht unbedingt innovativ in dem Sinne. Und man hat nicht so das Gefühl, man arbeitet am Zahn der Zeit. Das sind Sachen, die kann man in einem startup in jedem Fall eher erleben. Gerade wenn es in technologischen Bereichen etwas Neues gibt.

 

Sprecher

Ohne die Digitalisierung geht in der Herstellung eines Produkts nichts mehr. Algorithmen bestimmen Produktionsschritte, Entwicklung und Konstruktion zum Beispiel. Jan Friesen.

 

O-Ton Jan Friesen

In der Digitalisierung steckt extrem viel Potential. Wir sind eins der Wenigen die tatsächlich nichts direkt Digitales machen. Sondern es ist eine Produktion, es ist ein euer Werkstoff. Das alleine ist schon ein Riesenherausforderung. Aber auch wir kommen nicht ohne, ich sage einmal, die IT-Errungenschaften aus, die jetzt möglich sind. Und erst das macht diesen Bambus so technologisch interessant. Denn alles, was bisher passiert ist, ist halt diese Handarbeit. Und der erste Schritt zur echten Industrialisierung ist halt die Bewertbarkeit eines jeden, natürlich gewachsenen Bambusstabes. Und wenn das tatsächlich richtig in den Griff bekommen werden kann, mit den entsprechenden Sicherheiten, die dazu gehören, dann bietet uns das Möglichkeiten jetzt auf einmal, die vorher nie da gewesen sind. Das ist natürlich etwas, was nicht außer Acht gelassen werden darf. Beziehungsweise nur das macht dieses Geschäft an sich möglich. Da brauchen wir natürlich auch entsprechende Spezialisten. Die wir auch haben. Wo man natürlich auch wieder die startup-Karte spielen kann: Hier bei uns kann man innovativ am Zahn der Zeit arbeiten und etwas völlig Neues schaffen. Ist natürlich direkt schon eine Motivation.

 

Interview Andreas Gjecaj

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Sende-Manuskript

Interview (Radiofeature) mit Andreas Gjecaj, Generalsekretär der Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen - FCG - im ÖGB, Wien

in Aachen/Deutschland November 2019

 

 

 

O-Ton Andreas Gjecaj

Ich erlebe die Zeit, in der wir leben jetzt am Beginn des dritten Jahrtausends tatsächlich als einen sehr großen Umbruch. Was ist als Gewerkschafter aus Österreich erlebe ist, natürlich gibt es Ängste. Und sie sind auch berechtigt. Weil eben in den verschiedenen Bereichen Arbeitsplätze sicher verloren gehen werden. Zugleich enstehen in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze. Und jetzt kommt dieses Zauberwort des vorigen Jahrhunderts: Die 'Umschulung', die wird eben nicht immer funktionieren. Das heisst wir müssen bei solchen Umbruchsituationen damit rechnen, dass es tatsächlich Verlierer gibt. Das wir uns um Menschen sorgen müssen, die in einen neuen Job, in eine neue Arbeitsstelle nicht mehr hinein finden werden.

 

Sprecher

Sagt Andreas Gjecaj, Generalsekretär der Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen - FCG - im ÖGB aus Wien über den status quo der arbeitenden Menschen in der Europäischen Union. Er ist Teilnehmer auf dem EZA-Startseminar vom 28. bis 29. November 2019 in Aachen. Neben dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen EZA aus Königswinter ist das Nell-Breuning-Haus aus Herzogenrath der Hauptorganisator dieses europäischen Seminars. Unter der Überschrift „Ökologischer Wandel - eine Bedrohung wird zur Chance. Auf dem Weg zu einer sozialen Transformation; nicht über, sondern mit den Arbeitern. Für einen globalen Nachhaltigkeitsvertrag, der von Innovation angetrieben wird“. Wichtige Vertreter aus den Mitgliedsorganisationen der EZA treffen sich – um thematische Schwerpunkte der Zukunft zu besprechen. Zirka einhundert Teilnehmende verfolgen die Referate und Diskussionen in sechs simultan angebotenen Sprachen. Es geht um den europäischen sozialen Dialog, den Klimawandel, der Green Economy, den Green Jobs, die Energiewende wie zum Beispiel den Kohlebergbau in Polen, die Ressourcenverwendung wie zum Beispiel Bambus als neues Aluminium, um die Christliche Soziallehre mit dem zentralen Satz: „der Mensch ist das Maß“.

 

O-Ton Andreas Gjecaj

Zugleich erlebe ich die junge Generation so, dass beginnt schon beim ganz einfachen Hochfahren eines Computers, dass sie gewohnt sind, mit den englischen Worten ‚try and error‘, also sie versuchen es einfach. Und wenn ein Fehler passierst, versuchen sie es ein zweites und ein drittes Mal. Da ist eine andere Denk- und Lernweise eingezogen. Und die sehen natürlich auch viele Chancen. Was ich ergänzen möchte, weil das immer wieder unterlegt im allgemein Digitalisierungsrummel möchte ich fast sagen ist, dass gerade, wenn man an die grüne Ökonomie denkt, nicht nur Hochtechnologie sehen sollte, sondern auch ganz einfaches aber solides Handwerk. Wenn wir unsere Häuser entsprechend dämmen. Wenn wir die Energieversorgung umstellen, wird es jede Menge Facharbeiter und Facharbeiterinnen brauchen, die das dann auch durchführen. Das können Maschinen, vor allem bei alten Hausbestand, nicht. Also da sehe ich große Chancen in einer neuen Wirtschaftsform auch wieder auf Handarbeit und auf qualitätvolle Arbeit zu setzen.

 

Sprecher

Der digitale und besonders der ökologische Umbau der Gesellschaft kostet Geld. Zum Beispiel ist der Einbau einer neuen CO2-neutralen Heizung teuer. Andreas Gjecaj.

 

O-Ton Andreas Gjecaj

Das ist völlig richtig, das Geld notwendig sein wird. Und ich fand es sehr beeindruckend, dass die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schon zum Antritt ihrer Präsidentschaft hier nach Vorne geht und auch in Aussicht stellt, dass ihr völlig Bewusst ist, dass ein Wandel nicht nur der Gesellschaft, sondern auch der Wirtschaft große Geldbeträge notwendig sein werden. Aber wir haben doch schon öfter erlebt, ich denke bei der Einführung von Katalysatoren in Personenkraftwagen, dass hier auch öffentliche Förderungen gegeben werden und zurecht gegeben werden, um den Prozess zu starten, um ihn voran zu treiben. Und ich denke auch bei dieser Form Umwandlung in grüne oder in Energiesparmaßnahmen, dass es ein Mix sein wird aus öffentlicher Förderung und privaten Mitteln, um hier einen entscheidenden Schritt voran zu kommen. Für alle, die sich damit beschäftigen, steht außer Zweifel: Die Uhr tickt.

 

Sprecher

Die Digitalisierung ist eine Herausforderung für Gewerkschaften und christliche Kirchen. Sie müssen sich der neuen Möglichkeiten anpassen. Können sie aber auch nutzen – um zum Beispiel die Arbeitswelt für die Menschen zu verbessern und neue ethische Grundregeln zu vereinbaren. Andreas Gjecaj.

 

O-Ton Andreas Gjecaj

Ich bin jetzt auch fast zwanzig Jahre in der Gewerkschaft tätig. Auch die Beharrlichkeit von Organisationen. Das heißt es gibt ein menschliches Phänomen das, wenn wir eine Tätigkeit gewohnt sind, noch dazu, wenn sie funktioniert, dass wir uns ganz ganz schwer tun, uns mit dem Gedanken anzufreunden, diese Tätigkeit zu beenden, zu verlassen. Zugunsten einer neuen und andersgearteten Organisationsform. Es wir aber unweigerlich kommen und und kommen müssen. Und wir haben natürlich, ich denke quer über Europa, aber ich berichte jetzt einmal von Österreich, erste Pilotversuche, wie wir neue Organisationsformen finden. Was wir nicht machen dürfen: Man darf sich vom Internet und von den Socialmediakontakten nicht dazu verführen lassen zu meinen, Aktivität wie wir sie als Gewerkschafter und Gewerkschafterin kennen, entwickeln einer Gegenmacht, mit Demonstrationen, mit Streiks; diese Aktivität, die von Aktivistinnen und Aktivisten durchgeführt werden, ließe sich durch das Internet ersetzen. Der beschriebene Kopf, der dann lauten würde ‚klick here to save the world‘. Das wird nicht funktionieren. Diesen Knopf gab es noch nie. Und den wird es auch nicht geben. Wir müssen auch in der herkömmlichen Art und Weise uns weiter organisieren und schauen: Das sind politische Fragen, Verteilungsfragen, alles was mit Arbeitsplatz zusammen hängt. Auch das wird in Zukunft verhandelt werden müssen. Und die Lebensgrundlage für viele Menschen auch in Zukunft bilden.

 

Sprecher

Wie könnte denn die Marktwirtschaft der Zukunft aussehen? Andreas Gjecaj.

 

O-Ton Andreas Gjecaj

Ich erlebe die Marktwirtschaft unterschiedlichen Teilen der Welt unterschiedlich. Ich glaube, dass sich in Europa, nicht zuletzt durch Deutschland nach dem Krieg der Begriff der Sozialen Marktwirtschaft etabliert hat. Und das heißt für uns in Österreich, um mit Josef Riegel haben wir ja ein Konzept, neben sozialen Schranken auch ökologische Schranken einzubauen. Also die Weiterentwicklung der europäischen Form der Sozialen Marktwirtschaft zu einer Ökosozialen Marktwirtschaft. Also einer Marktwirtschaft, die Regeln kennt, Regeln beachtet. Das wäre eine Form der Bändigung oder der Domestizierung von Marktwirtschaft. Im Wissen, dass das nicht vom Himmel fällt.

 

Sprecher

Und wie sieht die Zukunft der Arbeitswelt aus? Andreas Gjecaj.

 

O-Ton Andreas Gjecaj

Bei der Arbeit scheint es tatsächlich so zu sein, dass wir als Gesellschaft, auch da wird ja schon seit Jahrzehnten nachgedacht, über das Modell eines Grundeinkommens aber auch andere soziale Leistungen, dass wir nachdenken müssen, ob dieses Modell der letzten gut einhundert Jahre mit der so genannten Normalarbeitszeit von in etwa vierzig Wochenstunden das Zukunftsmodell sein wird. Und es ist durchaus möglich, dass hier eine geringe Zeit in der Erwerbsarbeit verbracht wird und das auch andere Aktivitäten, ob in der Familie, in Vereinen, in Verbänden, in anderen Bereichen durchaus als erst zu nehmende Arbeit und auch mit Sozialversicherungen gelegt werden kann. Und hier tatsächlich eine stärkere Umformung, eine Transformation der Gesellschaft stattfinden wird.

 

Sprecher

Auch das Christentum hat Zukunft oder? Andreas Gjecaj.

 

O-Ton Andreas Gjecaj

Was das Christentum betrifft, würde ich sogar einen Schritt weiter gehen und Religionen im Allgemeinen ansprechen. Hier scheint Europa in einer Sonderrolle zu sein. Weltweite Befragungen zeigen, das in anderen Kontinenten Religion im täglichen Leben der Menschen eine wesentlich größere Rolle spielt als bei uns in Europa. Die Frage ist tatsächlich, ob es gelingt, Religion wieder, was ich als einen wesentlichen Bestandteil unserer Kultur sehe; ich denke, dass die europäische Kultur aus diesen drei Wurzeln heraus gewachsen ist, die man auch mit den drei Bergen ‚Golgatha in Jerusalem‘ die ‚Demokratie aus Athen‘ und das ‚Recht aus Rom‘, dass man also diese drei Wurzeln – die europäischen – sicher sehen kann. Aber dazu gehört natürlich das jüdisch-christliche Erbe dazu. Ich denke, dass es, um in die Zukunft wachsen zu können, auch eine Besinnung auf diese Wurzeln braucht. Und das es uns als Gesellschaft sehr sehr weiter helfen würde, hier wieder stärker etwa Prinzipien der Soziallehre wahr zu nehmen oder ernst zu nehmen. Uns helfen kann uns auch, dass war für mich immer ein wesentlicher Faktor bei jeder Religion, ich bin praktizierender Katholik, so etwas wie eine Schutzimpfung gegen Totalitarismus in jeder Form, egal ob man jetzt nur an den Fortschritt glaubt, an eine politische Richtung glaubt. Es schadet niemanden, am Sonntag die Knie zu beugen und zu sehen, da gibt es doch noch etwas in meinem Leben und in meinem Menschsein, dass über meine Fassbarkeit hinaus geht und, egal in welche europäische Stadt ich komme, im Zentrum steht im Regelfall eine Kirche.